Beispiele für bessere und schlechtere Abmelde-Landeseiten

Abmeldeseiten sind ein Bereich des E-Mail Marketings, der oft „stiefmütterlich“ behandelt wird. Versender von E-Mails möchten nur ungern dabei behilflich sein ihre teuer und mühsam gewonnenen Kontakte wieder zu verlieren, auch wenn der Gesetzgeber hier klar regelt, dass jeder Newsletter-Abonnente ein Recht darauf hat. Abonnenten wollen diese Seiten so kurz wie nur möglich sehen und dort möglichst keinen Zusatzaufwand haben. Das ist nicht leicht zu aller Zufriedenheit vereinbar, aber wenn man sich ein wenig Gedanken macht, kann eine Abmelde-Landeseite durchaus auch Charme haben. Einige technische Aspekte, wie Schutz gegen Missbrauch, sollten jedoch immer bedacht werden.

Hier nun einige Beispiele für Abmelde-Landeseiten von E-Mail Versendern aus den Jahren 2011 bis 2013 mit kurzen Kommentaren.

Der Klick auf den Abmeldelink öffnet eine saubere und übersichtliche Unterseite des Webauftritts des Versenders. Die Aufforderung nochmals auf einen Button zu klicken, um sich tatsächlich abzumelden, ist gängige Praxis, da One-Click-Abmeldelinks in Newslettern durchaus problematisch sein können. Es gibt durchaus Apps oder Erweiterungen von E-Mail Clients, die sämtliche Links eines Newsletters automatisiert anklicken, z. B. um den Inhalt zu analysieren, diese würden den Abonnenten sofort abmelden.

Besser machen könnte man hier noch die Genauigkeit des Hinweistextes: Er fordert den Benutzer auf den Button REMOVE anzuklicken, dieser ist aber weiter unten mit Submit beschriftet.

URLs sollten verschlüsselt sein und keinesfalls Daten wie die Klartext E-Mail Adresse enthalten (Beispiel: domain.com/unsubscribe.php?msg=123456789&addr=abonnent@home.de&lang=de). Ebenso sollte man vermeiden IDs zu übermitteln, es ist nicht besonders schwierig anhand von eindeutigen IDs fremde Nachrichten bzw. Abonnements zu manipulieren. Die verschlüsselte URL sollte keinerlei Rückschlüsse über die Struktur oder Inhalte der übermittelten Informationen enthalten. Dazu zählen auch klassische URL Parameter wie lang=EN usw. Es gibt viele verschiedene Verschlüsselungsverfahren, wichtig ist, dass die Methode nicht leicht aus der URL abzuleiten ist und eine Entschlüsselung erschwert wird.

Eine gute Möglichkeit versehentliches Abmelden zu verringern und dem Abmelder eine Chance einzuräumen sich schnell und unkompliziert wieder anzumelden.

Ein etwas problematischer Fall sind Portale oder Angebote, die sich an Mitglieder richten und die bei der Abmeldung vom Newsletter verlangen, sich zuerst mit den entsprechenden Benutzerdaten anzumelden. Dies ist eine deutliche Hürde, die den Abmeldevorgang erschwert, was der Gesetzgeber ausdrücklich untersagt hat.

Die einfachste Variante – der Abmelder kann prüfen, ob die E-Mail Adresse korrekt ist und dann Abmelden anklicken. Ist etwas wortkarg und die Funktion der Seite, bzw. des Formulars kann man ruhig dazuschreiben. Ebenso, dass man unendlich traurig über die Abmeldung ist und sich über eine Rückkehr immer freuen wird.

Abmelden per E-Mail Antwort ist laut Gesetzgeber weiterhin zulässig und muss angeboten werden. Wer solche E-Mails von Abonnenten ignoriert, riskiert im Ernstfall eine Abmahnung. Aus Benutzersicht ist diese Methode jedoch unbequem und nicht mehr zeitgemäß. Auch die Aufforderung sich per Kontaktformular oder einfach unter Angabe einer E-Mail Adresse an den Versender zu wenden, ist zwar zulässig, aber äußerst unschön.

Ganz wichtig bei E-Mails: genauso wie Bildinhalte, sind auch verlinkte Seiten einem gewissen zeitlichen Verfall unterlegen. Niemals jedoch sollte die Abmeldeseite verschwinden oder umgezogen werden, ohne einen Redirect einzubauen. Das Abmelden aus einem Newsletter heraus muss immer möglich sein, auch wenn der Abonnent den Newsletter erst Monate nach Versand öffnet, um sich abzumelden.

Ein paar weitere Tipps und Hinweise:

Abmeldetexte kurz und eindeutig halten. Keine langen Textblöcke mit mehreren Links darin. Schriftgröße normal groß halten.

Eine Bestätigungsmail zu einer erfolgten Abmeldung kann verschickt werden, auch wenn eigentlich ab dem Klick auf den Abmeldelink ein sofortiges striktes E-Mail-Verbot gilt. Im Allgemeinen sind solche Bestätigungs-Mails toleriert, sofern sie nicht wieder als Träger für Werbebotschaften genutzt werden. Streng ausgelegt, sind sie aber nicht zulässig (die Double Opt-In Mail aber auch nicht, irgendwo jedoch muss man E-Mail als Medium aber auch noch praktikabel einsetzen können).

Was tun, wenn der Versender mehrere Newsletter unterschiedlichen Inhaltes verschickt? Gilt die Abmeldung dann gleich für alle? Grundsätzlich muss bei Anmeldung wie Abmeldung ganz klar sein, für/von was sich der Abonnent anmeldet oder abmeldet. Gut geeignet sind daher Seiten, die alle verfügbaren Newsletter auflisten und dem Abonnenten per Checkbox erlauben sich von einem oder allen abzumelden. Verwirrt der Versender den Abonnenten, indem er ihm diese Differenzierung vorenthält, kann es bis zu einer Abmahnung kommen.

Grundsätzlich gilt die Faustregel: Don’t make me work! Das heißt, der Abonnent möchte keinen Zusatzaufwand haben, um sich abzumelden. Die Akzeptanz dafür geht aufgrund der hohen E-Mail Dichte gegen Null. Die übliche Reaktion auf Hürden oder umständliche Abmeldeprozesse sind nicht Beschwerden oder gar Abmahnungen, sondern das Blacklisting, im E-Mail Client wie auch im Kopf des Abonnenten. Der negative Eindruck, den ein Versender auf diese Weise hinterlässt, ist nicht zu unterschätzen.

Eine Newsletter-Abmeldung ist kein Beinbruch. Natürlich verliert man einen wichtigen Werbekanal, aber die Ursachen liegen oft nicht beim Versender. Der Abonnent bleibt oft weiter am Produkt interessiert, folgt weiter dem Blog oder informiert sich auf der facebook-Seite des Unternehmens. Es Abonnenten schwer zu machen, den Newsletter abzubestellen, ist immer eine schlechte Strategie und kann zur Folge haben, dass der Abonnent sich komplett vom Unternehmen abwendet.