QR Codes sind immer noch hip und oft ebenso mysteriös für viele Marketer – cool sind sie ja, aber wie setze ich sie am Besten ein? Überall drauf drucken, wo bereits alle Informationen ohnehin schon draufstehen? Riesengroß auf LKW-Planen drucken?

Uriel Peled (Co-Founder von  Visualead) beschreibt auf  marketingprofs.com sehr schöne Beispiele für den geeigneten und den völlig ungeeigneten Umgang mit QR Codes. Hier Teil 1 als verkürzte (aber mit Bildern erweiterte) Version auf Deutsch:

Die 10 schlimmsten Anwendungsfälle für QR Codes

1. QR Codes in U-Bahn Stationen und Tunnel oder auf U-Bahn (und auch sonstigen) Zügen und Waggons. Die Codes sind entweder zu weit weg oder man bewegt sich einfach zu schnell und hat nicht die Ruhe den Scan ordentlich durchzuführen. Abgesehen davon hat man in vielen U-Bahn Station keinen oder schlechten Empfang.

2. QR Codes sollten leicht erreichbar sein beim Einscannen. Platziert man sie sehr hoch an Gebäuden, wird das Scannen zur Strapaze (und sieht einfach albern aus). Selbst wenn der QR Code 5 Quadratmeter groß ist.

3. Mehr als einen QR Code auf einmal scannt niemand freiwillig ein. An Flughäfen wurden Tafeln gesehen, auf denen sechs oder mehr QR Codes eingescanned werden sollten, um mehr Informationen zu erhalten.

4. Sportunternehmen haben QR Codes auf Bikinis platziert und auch wenn das durchaus eine deutlich erhöhte Aufmerksamkeit zur Folge haben dürfte, ist es wohl weniger die Botschaft des QR Codes, die hier von Interesse ist. Auch temporäre Tattoos wurden schon auf Modells eingesetzt, z.B. bei Autoausstellungen. Sicherlich ein PR Gag, aber fraglich ob das überall auf positive Resonanz trifft.

5. Redundanz („überflüssige Wiederholung“) ist eine weitere typische Falle im Marketing. Bank of America platzierte zum Beispiel einen QR Code, der direkt auf ihre Webseite verlinkte – auf ihrem facebook Profil.Das ist keine Werbung, das ist Verschlüsselung.

6. Ein Hundebsitzer soll angeblich einen QR Code veröffentlicht haben, den er über ein Foto seines verlorenen Dalmatiners gelegt hatte. Natürlich war der QR Code nicht mehr scannbar. Klingt ein wenig nach Hoax, zeigt aber, dass es nicht unbedingt klug ist alle technischen Möglichkeiten zu nutzen ohne nachzudenken. QR Codes in Bilder einzubetten (also die Bildpixel selbst als QR Code zu nutzen) kann funktionieren, bringt aber meist keinen Nutzen sondern nur Probleme mit sich.

7. Unglaublich aber wahr, selbst auf Obst und Gemüse sind QR Codes zu finden.

8. Auch eher was für Individualisten, die den öffentlichen „guten Geschmack“ nicht fürchten: QR Codes auf Grabsteinen.

8. Barcodes als echte Körpertattoos…hier verliere ich mal keine weiteren Worte und auf Bilder verzichten wir auch lieber.

9. Moroccanoil Inc. druckte einen QR Code auf ein Produkt, der deutlich kleiner war als ein Viertel-Dollar-Stück. Tatsächlich war der QR Code gerade mal rund 13mm groß, das ist sogar kleiner als eine Ein-Cent-Münze und es ist fraglich ob den überhaupt jemand wahrgenommen hat.

10. Diverse Empfehlungen im Web zur Verwendung von QR Codes in Restaurants, kann ich nicht nachvollziehen. Ob die recht unansehnlichen Codes und das damit verbundene Zücken der Smartphones gerade im Restaurant von allen Anwesenden genossen werden, dürfte fraglich sein.

Morgen folgt Teil 2 mit 10 Beispielen für durchaus angemessene und wirksame Verwendung von QR Codes.

Und zum Schluss noch ein Geek Beispiel von facebook Mitarbeitern, die einen riesigen QR Code auf einem Hochhausdach angebracht haben. Vermutlich richtet er sich an Google Maps/Earth Benutzer oder tolldreiste Hubschrauberpiloten.