Was ist der Unterschied zwischen Soft und Hard Bounces?

Fachartikel

Autor: Frank Strzyzewski, Juli 2016

Definition

Als Bounces werden nicht zustellbare E-Mails bezeichnet. Die Internet-Standards für die E-Mail-Zustellung (SMTP) unterscheiden zwei grundsätzliche Arten von Bounces

  • temporäre Zustellprobleme (Soft Bounces)
  • permanente Zustellprobleme (Hard Bounces)

Häufige Gründe für Soft Bounces sind „Mailbox voll“ oder „Server vorübergehend nicht verfügbar“. Die Gründe der Nichtzustellbarkeit werden dabei in dreistelligen Zahlencodes erfasst. Soft Bounces beginnen grundsätzlich mit 4, Hard Bounces mit 5, weitere Informationen darüber finden Sie unter Bounce Management.

Die Intention von Soft Bounces ist, dem Versender zu signalisieren, dass zukünftige Zustellversuche erfolgreich sein können. Im Gegensatz dazu signalisieren Hard Bounces Bedingungen, die eine erfolgreiche Zustellung in Zukunft unwahrscheinlich machen, z.B. wenn die Mailbox nicht existiert.

Schwächen

Die aktuellen Bounce-Standards weisen allerdings eklatante Schwächen auf, die substantielle negative Folgen für den Erfolg (Umsatz) des Versenders haben können. Die wichtigsten sind:

Bounces als Signal für Zustellprobleme

Empfangende Mailserver nutzen Bounces als Mechanismus, um dem versendenden Mailserver zu signalisieren, dass die E-Mail-Zustellung abgelehnt wird. Dafür kann es viele Ursache geben, z.B.

  • schlechte Reputation der IP-Adresse
  • E-Mail-Content nicht regelkonform (z.B. unsauberer HTML-Code)
  • Spamverdacht (resultiert oft in einem 5.7.1 Bounce – Policy Violation)
  • zu hohe Beschwerderate der Empfänger
  • zu schneller Versand
  • Spamfallen-Treffer im Verteiler
  • Fehlende Antispam-Settings (DKIM, SPF, …
  • Inkonsistenzen
  • Empfangende Mailserver reporten mehrere, z.T. widersprüchliche Bounces auf eine E-Mail-Auslieferung.)

Fehler

Empfangende Mailserver reporten Bounces, obwohl der Empfänger die E-Mail nachweislich öffnet oder klickt.

Miskonfigurationen

Empfangende Mailserver reporten Hard Bounces bei Soft Bounce Bedingungen und umgekehrt.

E-Mail-Versandlösung deaktivieren bouncende E-Mail-Adressen nach bestimmten Regelwerken, z.B. nach aufeinanderfolgenden 3 Hard Bounces nach den Vorgaben der Certified Senders Alliance.

Das Endergebnis ist immer gleich: es werden E-Mail-Adressen deaktiviert, die eigentlich existieren, und die sich nicht abgemeldet haben, oft betrifft das 15-25% aller bounce-deaktivierten Adressen.

Der Abschmelzeffekt eines E-Mail-Verteilers durch Bounce-Deaktivierungen ist dabei nicht selten stärker als der Abschmelzeffekt durch reguläre Abmeldungen!

Sichtbar wird dieser Effekt, wenn man deaktivierte (outbounced) E-Mail-Adressen auf Existenz hin prüft. Auf der AddressCheck-Demoseite können Sie dies schnell umsetzen. Prüfen Sie einfach manuell 10-20 bounce-deaktivierte Adressen auf Zustellbarkeit. Das Positive daran: diese Adressen können sofort wieder in den Versand aufgenommen werden, denn diese haben sich niemals abgmeledet. Sie als Versender haben weiterhin die Permission.

Bessere Kategorisierung
Um all diese Probleme zu lösen empfiehlt XQueue eine komplett andere, neue Sichtweise auf Bounces. Anstelle der unscharfen und fehlelbehafteten klassischen Kategorien „Hard und Soft Bounce“ sollte folgende Kategorisierung treten:

  • ignorierbare Bounces
  • vermeidbare Bounces
  • unvermeidbare Bounces

Ignorierbare Bounces, z.B. wenn nach dem Bounce eine Öffnung oder eine Klick registriert wird, werden vom Versandsystem einfach verworfen, denn offensichtlich konnte die E-Mail ja erfolgreich zugestellt werden.

Vermeidbare Bounces sind vor allem Bounces, die aus Zustellproblemen und Miskonfigurationen der Mailserver resultieren. In diesem Fall wird bei jeder Bounce Deaktivierung die Existenz der E-Mail-Adresse mit Hilfe von AddressCheck überprüft. Wenn die E-Mail-Adresse nachweisbar existiert, wird die E-Mail-Adresse reaktiviert, und der Bouncezähler auf Null gesetzt.

Unvermeidbare Bounces sind alle übrigen Bounces. Diese werden nach den definierten Regeln verarbeitet.